Fragen Sie Google etwas, steht heute in der Regel schon eine KI-Antwort über den klassischen Treffern. Bei der Suche in KI-Tools wie ChatGPT werden nur noch wenige Anbieter vorgeschlagen oder als Quellen genannt. Was das für Ihr Unternehmen bedeutet, zeigt unsere neue Artikel-Serie zu GEO. Teil 1: Die neue Kundenreise.
eisbach Blog: GEO und KI-Suche Symbolbild

Was sich in der Suche verändert hat

Die klassische Google-Suche ist nicht weg. Aber sie bekommt Gesellschaft. Viele Menschen nutzen heute KI-Systeme, um sich schneller zu orientieren, Fragen zu klären oder Anbieter vorzusortieren. Statt sich durch Trefferlisten zu klicken, lassen sie sich Antworten direkt zusammenfassen.

Ein Beispiel: Wer früher „Texter Wohnungswirtschaft" gegoogelt hat, tippt heute in ChatGPT: „Ich suche einen Texter mit Erfahrung in der Wohnungswirtschaft, der Fachartikel und Anwenderberichte schreiben kann." Die KI versteht die Anfrage, ordnet sie ein und liefert direkt eine Antwort, mit oder ohne Nennung konkreter Anbieter.

Das verändert die Suche an mehreren Stellen:

  1. Aus Keywords werden Fragen
    Nutzerinnen und Nutzer beschreiben ihr Anliegen im Chat oft sehr konkret, in ganzen Sätzen und mit Kontext zur eigenen Situation.
  2. Die Recherche wird dialogisch.
    Auf die erste Frage folgt oft gleich die nächste: Wer passt zu meinem Fall? Wer hat Erfahrung in meiner Branche? Worin unterscheiden sich die Leistungen? Die KI begleitet diesen Prozess, statt nur eine Trefferliste auszuspielen.
  3. Der Website-Besuch rutscht nach hinten.
    Wer eine gute Antwort bekommt, klickt oft später oder gar nicht. Ein Teil der Orientierung und Vorauswahl findet somit schon im KI-Chat statt.
Für ein wachsendes Nutzersegment beginnt die Orientierung heute in der Antwort eines KI-Systems, nicht auf der Website des Anbieters.

Nicht alle Zielgruppen suchen gleich. Jüngere und digital affine Nutzergruppen gehen oft selbstverständlicher in den KI-Chat; andere bleiben eher bei der Suchmaschine oder vergleichen mehrere Wege parallel. Auch dort, wo Google der wichtigste Einstiegspunkt bleibt, verändert KI die Sucherfahrung, etwa durch AI Overviews, die KI-Antworten direkt über den klassischen Treffern anzeigen.

Für Unternehmen heißt das: Die Customer Journey wird neu verteilt. Ein Teil der ersten Beratung läuft heute im System ab, das die Frage beantwortet, noch bevor jemand die eigene Website besucht.

Was GEO eigentlich bedeutet

GEO steht für Generative Engine Optimization: die gezielte Aufbereitung von Informationen, damit eine Marke in generativen KI-Systemen wie ChatGPT, Perplexity oder dem Google AI Mode sichtbar wird. Dabei spielen auch strukturierte Daten wie Schema-Markup eine Rolle.

In einer GEO-Analyse geht es darum, herauszufinden, ob und wie Ihr Unternehmen in KI-Antworten bereits vorkommt, wenn Ihre potenziellen Kunden nach Lösungen oder Produkten suchen.

Dabei greift GEO weiter als klassische Suchmaschinenoptimierung, denn KI-Systeme liefern keine Liste von Treffern. Sie fassen zusammen, ordnen ein, vergleichen, empfehlen und ziehen dafür unterschiedliche Quellen heran.

Wie eine KI zu ihrer Antwort kommt

Eine KI greift bei einer Anfrage zunächst auf ihr trainiertes Wissen zurück. Kennt sie Ihr Unternehmen bereits aus großen, oft zitierten Quellen, kann sie direkt darauf antworten. Reicht dieses Wissen nicht aus, beginnt sie, das Web zu durchsuchen, und stützt sich dabei zum Beispiel auf Websites, Verzeichnisse, Fachportale oder Presseartikel.

Bei konkreten Suchanliegen stellt die KI häufig noch Rückfragen, etwa welche Kriterien für die Auswahl wichtig sind, bevor sie passende Anbieter nennt. Für Unternehmen bedeutet das: Es zählt nicht nur, was auf der eigenen Website steht, sondern auch, was im Web insgesamt über die Marke bekannt und auffindbar ist.

Sichtbar wird eine Marke auch an Orten, die viele Unternehmen kaum im Blick haben: auf Vergleichsportalen, Bewertungsseiten, in Fachforen wie Reddit oder in öffentlich sichtbaren Beiträgen auf LinkedIn. Aus solchen Quellen setzt sich zusammen, was eine KI über ein Unternehmen zu wissen glaubt.

Die Gretchenfrage: Versteht die KI Ihre Marke richtig?

Wichtig ist dabei auch, wie die KI die Marke einordnet: Erkennt sie das Angebot richtig, im Sinne des Unternehmens, oder entsteht ein schiefes Bild? Stimmt die Einordnung nicht, lohnt sich ein Blick auf genau diese Plattformen. Oft zeigt sich dann, dass die Marke oder Produkte dort unvollständig oder veraltet beschrieben sind, oder dass Bewertungen kursieren, die im Unternehmen selbst niemand kennt.

Je nach Suchanliegen kann eine KI:

  • Anbieter vorschlagen
  • Leistungen vergleichen
  • Vor- und Nachteile zusammenfassen
  • Begriffe erklären
  • Fragen im Verlauf eines Chats weiter eingrenzen
  • auf Quellen oder Websites verweisen

Wer in diesem frühen Moment nicht vorkommt, wird unter Umständen gar nicht erst in die engere Auswahl genommen.

GEO verbindet vier Perspektiven

GEO beginnt früher und greift breiter als die Arbeit an der eigenen Website. Entscheidend sind vor allem diese Fragen:

  1. Wie suchen Menschen heute wirklich? Nicht nur: Welche Keywords geben sie ein? Sondern: Welche Fragen stellen sie? Welche Formulierungen nutzen sie? In welchem Stadium der Entscheidung befinden sie sich?
  2. Was versteht die KI über Ihr Angebot? Erkennt das System, was Sie leisten, für wen Sie arbeiten und worin Ihre Spezialisierung liegt?
  3. Welche Signale findet die KI im Web? Nicht nur auf Ihrer eigenen Website, sondern auch in externen Quellen, Verzeichnissen, Fachportalen oder Medien.
  4. Wie gut ist Ihre Marke bereits sichtbar? Kommen Sie in relevanten Antworten schon vor, oder empfehlen die Modelle andere Marken?
GEO heißt, Informationen so klar, konsistent und nachvollziehbar aufzubereiten, dass Menschen und KI-Systeme sie gleichermaßen verstehen können.

Der Einstieg beginnt mit einer ehrlichen Standortbestimmung

Die Suche verändert sich bereits, und die meisten Unternehmen wissen noch nicht, ob und wie sie in KI-Antworten vorkommen. Wer das jetzt klärt, bevor die Konkurrenz es tut, verschafft sich einen Vorsprung.

Wenn Sie wissen möchten, wie Ihr Unternehmen in KI-Antworten auftaucht, sprechen Sie uns an. In einem Beratungsgespräch klären wir, welche Analyse für Ihre Branche sinnvoll ist und wo Sie am besten anfangen.

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Autorin
Ilonka Kunow
Lesezeit
3 Minuten